„Oder zerstörst du noch die Umwelt?“ – hätte es eigentlich heißen müssen. Aber so provokant wollte ich dann doch nicht sein, denn mit diesem Post, möchte ich euch zeigen, warum ihr spätestens jetzt auf torffrei gärtnern solltet. Also holt euch einen Kaffee und setzt euch hin – das Thema ist Umweltschutz.

Wer keine Lust auf lange Reden hat, schaut sich bitte dieses PDF von BUND.net an.
Alle anderen können das PDF als kleinen Einkaufsführer betrachten.

Fangen wir mit den gnadenlosen Fakten an.

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Infografik Torffrei gärtnern Grafik: NABU/Jenni Ottilie Keppler

Was ist Torf überhaupt?

Torf ist eine bestimmte Art von Erde. Torf entsteht sehr langsam und nur in Mooren.  Die dort wachsenden Pflanzen sterben natürlich nach einer Zeit ab, die in Mooren herrschenden Bedingungen sorgen dafür, dass im laufe der Zeit Torf durch die Zersetzung der Pflanzen entsteht.

Wichtig zu wissen:

– handelsübliche Erde besteht teilweise zu ca. 90% aus Torf
– Damit Torf abgebaut werden kann, werden Hochmoore trocken gelegt
– Laut Naturschutzbund Deutschland , kurz NABU, dauert es fast 1000 Jahre um 1m neues Moor aufzubauen
– In Mitteleuropa gibt es quasi keine Moore mehr, damit wir Blumenerde haben, wird aus Kanada und Sibirien importiert

Sibirien! Kanada!

Fliegt da mal hin, dann wisst ihr wie weit das ist und das es nicht gut für die Umwelt sein kann.
Wir haben unsere Hochmoore schlicht ausgetrocknet. Tiere und Pflanzen verlieren ihren Lebensraum, damit wir auf dem Balkon ein paar hübsche Blümchen haben.

Man kann sich an dieser Stelle schon Fragen „Hallo? Geht’s noch? Was ein Quark!“

Ich könnte nun mit Fakten werfen, wie viel Co² in die Luft gepustet wird, auf dem langen Weg zu uns.
Das „komische“ an der Geschichte ist, dass Torf eigentlich ein extrem guter Co² – Speicher ist und beim Torfabbau sehr viel Co² freigesetzt wird.
Doppelte Belastung. Schon irgendwie ironisch. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass wir eh schon ein Co² Problem haben.

Ja, es gibt Pflanzen, die einen sauren, mit Torf angereicherten Boden brauchen, aber das sind relativ wenige. Gemüse, Blümchen und Co. kommen definitiv ohne Torf in der Erde aus.

Achtung! Nur Erde auf der „torffrei“ oder „ohne Torf“ steht ist wirklich zu 100% torffrei.

Wer mit Umweltschutz nicht viel am Hut hat, den überzeugen vielleicht die nächsten Argumente.

– Torf macht die Erde sauer, ist die Erde erst übersäuert, ist es nur mit weiteren Hilfsmitteln möglich wieder einen normalen PH-Wert herzustellen

– Torferde gibt Wasser super an seine Umgebung ab, aber wehe du verreist im Hochsommer für ein Wochenende. Ausgetrocknete Torferde wird nie wieder richtig gut Wasser aufnehmen.

– Rindenhumus, nicht Rindenmulch, hat mehr Nährstoffe, die besser an ihre Umgebung abgegeben werden können. Und es riecht auch noch gut.

Also los, nichts wie weg mit der Torferde.

Empfehlen kann ich an dieser Stelle die Produkte von Neudorff, denn alle Neudorff Erden sind torffrei.

Und nun, fröhliches Säcke schleppen.