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Von Kapuzinerkresse und Hippiekleid

Ich bin ja grundsätzlich ein sehr entspannter Mensch. Leben und leben lassen. So kommt es, dass ich jedes Jahr extra für die Blattläuse Kapuzinerkresse anpflanze, damit diese kleinen Schädlinge auch auf meinem Balkon ein Zuhause haben.

Nun kommt es aber vor, dass die Herrschaften Läuse sich zu sehr vermehren und auf andere Pflanzen umsiedeln oder sich zu den schon allein ärgerlichen Blattläusen noch andere Schädlinge wie Schildläuse dazu gesellen. Und jetzt?
Theoretisch könnte ich nun ins Gartencenter oder den nächsten Baumarkt laufen und ein schön chemisches Mittelchen für teures Geld erwerben. Ich möchte meine Tomaten, Gurken und Beeren aber noch essen! Zudem finde ich es einfach hochgradig unfair, dass einem in den seltensten Fällen erklärt wird, dass von der Chemiescheiße die Bienen und Hummeln sterben! Also nein Danke. Dann lieber Ökotante mit Birkenstock und Hippiekleid!

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Quelle: Neudorff Beitragsbild: Neudorff

Aber was für Möglichkeiten habe ich den überhaupt die ungeliebten Schädlinge wieder los zu werden?

Zuerst ist eine kräftige Dusche zu empfehlen. Kräftiges abbrausen der befallenen Pflanze hat schon zu so manch abgesoffener Blattlaus geführt. Sofern man andere kleine Tierchen sehr gerne hat, ist es auch eine Überlegung wert, sich Nützlinge zu bestellen. Und ja, es gibt tatsächlich Marienkäferzüchter. Alternativ kann man selbst verschiedene Anti-Blattlausmittel zum aufsprühen herstellen.

Die klassische Seifenlauge

Zutaten:

  • 1l Wasser
  • 50g Kern- oder Schmierseife ohne Zusätze
  • 1-2EL Spiritus

Dazu zerkleinert man die Seife, falls nötig und löst sie im Wasser auf, die Mischung wird dann einfach in eine Sprühflasche gefüllt. Bei sehr starkem Blattlausbefall oder anderen Läusen gibt man Spiritus zur Mischung.

Achtung! Niemals die Pflänzchen besprühen, wenn sie in den nächsten Stunden noch Sonne abbekommen. Die Pflanzen verbrennen und gehen ein! Daher empfehle ich die betroffenen Pflanzen Abends gut von allen Seiten einzusprühen. In der Regel sind die Schädlinge nach ein paar Tagen weg. Früchte wie Erdbeeren, Himbeeren etc. solltet ihr nicht mit einsprühen, manchmal nehmen sie dann nämlich den Seifengeschmack an und sind ungenießbar.

Die Rapsöl-Spüli-Mischung

Zutaten: 

  • 1l Wasser
  • 2El Rapsöl
  • 2-3 Spritzer Spülmittel

Zur Herstellung der Mischung einfach Öl und Spülmittel mit dem Wasser mischen und gut umrühren.  Mischung in eine Sprühflasche füllen und die Pflanzen vorzugsweise Abends von allen Seiten besprühen, bis sie tropfen. Sofern die Blattläuse bestehen bleiben die Anwendung wiederholen.

Die Milch macht’s

Zutaten:

  • 200ml Wasser
  • 100Ml Milch

Einfach Wasser und Milch zusammenrühren und gut umrühren.  Auch hier wieder die Pflanzen gut einsprühen, bis sie tropfen.  Nach einigen Tagen wiederholen, sofern noch Schädlinge aufzufinden sind.

Was gibt es sonst noch?

Neben den hier genannten Mischungen gibt es noch allerhand andere Rezepte. Knoblauchsud habe ich getestet, dieser wirkt meiner Erfahrung nach eher vorbeugend. Auch kann man wohl Zigarettenasche oder -stummel verwenden, davon würde ich aufgrund der Geruchsbelästigung aber absehen.

Und welche Mittel aus dem Gartencenter kann ich verwenden?

Ganz ehrlich? Am besten gar keines. Die Problematik liegt darin, dass für den „Ottonormalverbraucher“ oftmals nur schwer erkennbar ist, ob das Mittel chemischen Ursprungs ist.  Wenn man zwar die Blattläuse vertrieben hat, aber sein eigenes Gemüse die nächsten sechs Wochen nicht essen kann, ist halt auch blöd.

Daher hier eine kurze Checkliste:

 

Chemische Mittel biologische/ökologische Mittel
Die Bestandteile des Mittels lassen sich kaum aussprechen Die Bestandteile sind einem geläufig, etwa „Kaliseife“
Keinerlei Hinweise auf Nützlinge etc. Ein Hinweis wie „Bienenfreundlich“ oder „Nützlingschonend“ ist angebracht
Wartezeit von teilweise mehreren Wochen, bis Gemüse/Obst verzehrt werden darf Keine Wartezeit bis geerntet werden kann

 

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Quelle: Neudorff

Sofern ihr diese Liste beachtet, werdet ihr nur wenige Mittel im Gartencenter finden, falls überhaupt. Ein Besuch im Bioladen eurer Wahl kann hier manchmal hilfreich sein. In unserem Gartencenter gibt es die Produkte von Neudorff, welche in der Regel weder der Essbarkeit, noch den Nützlingen schaden.

Wie kann einem Befall vorgebeugt werden?

Tatsächlich ist es so, dass es einige Möglichkeiten gibt einem Befall vorzubeugen. Gesunde und kräftige Pflanzen kommen deutlich besser mit ein paar Schädlingen zurecht. Der Befall ist dann häufig nur von kurzer Dauer.

Seine Pflanzen zu stärken ist also nicht die schlechteste Idee.

Pflanzen stärken – How to

Am einfachsten stärkt ihr eure Pflanzen mit eben jenen nämlich Pflanzenjauche. Am bekanntesten sind Brennnessel- und Ackerschachtelhalmjauche. Die Jauchen sorgen dafür, dass eure Pflanzen auf natürliche Art und Weise gestärkt werden, dass bedeutet resistenter gegen Krankheiten wie Braunfäule und Schädlinge wie beispielsweise Blattläuse werden.

 

Wie habt ihr bisher Blattläuse, Schildläuse und andere Schädlinge bekämpft? Kennt ihr das ultimative Hausmittel?

Wenn ja, lasst es mich in den Kommentaren wissen!